Sicherer Bindungsstil: Was er beim Dating bedeutet
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Wer einen sicheren Bindungsstil hat, fühlt sich in engen Beziehungen mit Nähe wohl, kann sich auf eine Partnerin oder einen Partner verlassen und macht sich wenig Sorgen, verlassen zu werden. In der Forschung gilt er als einer der Bindungsstile bei Erwachsenen, und in einer US-Studie beschrieb sich die Mehrheit der Befragten als sicher.
Was ist ein sicherer Bindungsstil?
Die Bindungstheorie geht auf John Bowlby zurück, der untersuchte, wie Babys eine Beziehung zu ihren Bezugspersonen aufbauen. 1987 gingen Cindy Hazan und Phillip Shaver der Frage nach, ob sich dieser Gedanke auf romantische Liebe unter Erwachsenen übertragen lässt. Sie baten Erwachsene, die Beschreibung auszuwählen, die am besten dazu passt, wie sie sich in engen Beziehungen erleben. Eine davon war der sichere Stil: Es fällt leicht, anderen nahezukommen, und man verlässt sich gern auf sie. Die beiden anderen waren der vermeidende Stil, der Abstand hält, und der ängstliche Stil, der Angst hat, verlassen zu werden.
Eine Studie von Chris Fraley und Kollegen aus dem Jahr 2015 zeigt, dass sich Bindung bei Erwachsenen besser mit zwei Skalen beschreiben lässt als mit festen Typen. Die eine ist die Bindungsangst: wie sehr du fürchtest, dass die andere Person dich verlässt oder das Interesse an dir verliert. Die andere ist die Bindungsvermeidung: wie sehr du dich von Nähe zurückziehst und davon, dich auf jemanden zu verlassen. Wer auf beiden Skalen niedrige Werte hat, gilt in der Forschung als sicher gebunden. Dabei kann jeder Mensch auf beiden Skalen etwas höher oder niedriger liegen.
Die Fragen von Jastado entstehen mit Blick auf diese beiden Skalen, damit die Antworten zeigen, wie jemand zu Nähe steht und dazu, sich auf die andere Person zu verlassen. Trag dich für deine Stadt in die Warteliste ein.
Wie zeigt sich ein sicherer Bindungsstil in einer Beziehung?
In der Studie von 1987 hieß es in der Beschreibung des sicheren Stils sinngemäß:
- Es fällt dir leicht, anderen nahezukommen.
- Es fühlt sich gut an, sich auf die andere Person zu verlassen und dass sie sich auf dich verlässt.
- Du machst dir selten Sorgen, verlassen zu werden.
- Es beunruhigt dich nicht, wenn dir jemand nahekommen will.
All das beruht darauf, wie Menschen sich selbst beschreiben. Außerdem schwankt das Gefühl von Sicherheit bei ein und derselben Person mit der Zeit, deshalb sagt ein einziges angespanntes Gespräch wenig über jemanden aus.
Wie verbreitet ist ein sicherer Bindungsstil?
In einer für die USA repräsentativen Stichprobe von 1997 beschrieben sich etwa 59 % der Erwachsenen als sicher, 25 % als vermeidend und 11 % als ängstlich. Jede Person wählte den einen Absatz, der am besten zu ihr passte, die Zahlen zeigen also, wie sich die Menschen selbst sahen. Zusammen ergeben die Anteile 95 %, und die Studie ist fast 30 Jahre alt. Keine dieser Zahlen verrät dir, welchen Stil ein bestimmter Mensch hat.
Kann sich der Bindungsstil ändern?
Das Gefühl von Sicherheit in einer Beziehung schwankt im Lauf der Zeit, ist insgesamt aber ziemlich stabil. In mehreren Studien von Girme und ihrem Team schwankte das Sicherheitsgefühl gegenüber dem Partner bei den meisten Menschen, und stärkere Ausschläge gingen mit einer geringeren Zufriedenheit in der Beziehung einher. Ein Überblicksartikel von Chris Fraley und Glenn Roisman aus dem Jahr 2019 kommt zu dem Schluss, dass frühe Erfahrungen nicht festlegen, wie sich ein Mensch als Erwachsener bindet. Die Zusammenhänge zwischen Bindung in der Kindheit und im Erwachsenenalter sind schwach und hängen davon ab, wie Forschende sie messen.
Auch Partner spielen eine Rolle. In einer Studie mit 134 Paaren folgte auf mehr Vertrauen in die andere Person weniger Vermeidung, und wenn die andere Person die eigenen Ziele unterstützte, folgte weniger Angst. Das ist eine einzelne Studie, und sie kann nicht beweisen, dass das Vertrauen die Veränderung ausgelöst hat. Eine sichere, verlässliche Beziehung kann einem Menschen helfen, sich sicherer zu fühlen. Ein Grund, bei jemandem zu bleiben, der dich schlecht behandelt, ist das nicht.
Alter und Beziehungsstatus
Eine Studie mit 86.555 Erwachsenen zwischen 18 und 70 Jahren fand die höchste Bindungsangst bei jüngeren Erwachsenen und niedrigere Werte im mittleren und höheren Alter. Die Bindungsvermeidung war im mittleren Alter am höchsten. Menschen in einer Beziehung hatten auf beiden Skalen niedrigere Werte als Singles. Die Studie kann nicht zeigen, ob Beziehungen die Werte senken oder ob Menschen mit niedrigeren Werten eher in einer Beziehung sind. Etwa 72 % der Teilnehmenden waren Frauen. Sie hatten sich selbst für eine Online-Umfrage entschieden, die Ergebnisse passen deshalb vielleicht nicht auf alle. Die Ergebnisse beschreiben Gruppen und sagen nichts darüber, was dir passieren wird.
Dating mit jemandem, der einen sicheren Bindungsstil hat
Beim ersten Date erkennst du den Bindungsstil eines Menschen nicht, und ein paar gute Dates beweisen noch nichts. Mehr verrät dir, wie sich jemand über mehrere Wochen verhält. Achte darauf, ob die Person:
- tut, was sie ankündigt
- über eine Meinungsverschiedenheit reden kann, ohne dich dafür zu bestrafen
- deine Pläne respektiert und dir Raum für Zeit getrennt voneinander lässt
Fragen, die über Smalltalk hinausgehen, zeigen dir, wie jemand über Nähe denkt, und ein entspanntes erstes Date gibt dir den Raum, das mitzubekommen. Wenn du herausfinden willst, was du von einer Partnerschaft brauchst, sind Fragen für tiefe Gespräche ein guter Anfang.
Wo das nicht gilt
- Ein Quiz ist keine Diagnose. Ein Online-Test kann dir deinen Stil nicht verraten. Die Forschung arbeitet mit langen Fragebögen, und auch die beschreiben nur Muster.
- Ein Etikett ist kein Urteil. Niemand ist für immer „ängstlich“ oder „vermeidend“, und niemand ist in jedem Moment sicher.
- Wenn Nähe wehtut oder deine Vergangenheit das Dating unsicher wirken lässt, kann eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut helfen, auf eine Weise, die ein Artikel nicht leisten kann.
- Wenn du dich in einer Beziehung nicht in Sicherheit fühlst, findest du Hilfe auf unserer Seite zu Vertrauen und Sicherheit. In Deutschland erreichst du das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016, das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ unter 0800 123 99 00 und im Notfall die Polizei unter 110 oder den Notruf unter 112. Wenn du in den USA bist, erreichst du The Hotline unter 1-800-799-7233, und im Notfall wählst du dort die 911. Wenn du woanders lebst, wende dich an das Hilfetelefon deines Landes bei häuslicher Gewalt oder an den Notruf vor Ort.
Fazit
Ein sicherer Bindungsstil bedeutet, sich mit Nähe wohlzufühlen und sich auf den Partner oder die Partnerin verlassen zu können. Die Forschung misst ihn auf zwei Skalen, und er kann sich mit der Zeit verändern. Beurteile Menschen danach, wie sie sich über mehrere Wochen verhalten, und sprich mit einer approbierten psychotherapeutischen Fachkraft, wenn dir Nähe schwerfällt.
Weiterlesen: Fragen, um jemanden kennenzulernen, Ideen fürs erste Date und Fragen an deine Freundin.
FAQ
- Was ist ein sicherer Bindungsstil einfach erklärt?
- Gemeint ist, sich mit Nähe wohlzufühlen, sich auf den Partner oder die Partnerin verlassen zu können und darauf zu vertrauen, dass die andere Person da ist. Die Forschung misst ihn als niedrige Angst und niedrige Vermeidung in engen Beziehungen.
- Wie verbreitet ist ein sicherer Bindungsstil?
- In einer US-Stichprobe von 1997 beschrieben sich etwa 59 % der Erwachsenen als sicher. Das war eine Selbstbeschreibung und ist deshalb nur ein grober Richtwert.
- Kann ein unsicherer Bindungsstil sicher werden?
- Zu dauerhaften Veränderungen gibt es wenig Forschung. Das Sicherheitsgefühl gegenüber dem Partner schwankt im Lauf der Zeit, und frühe Erfahrungen legen die Bindung im Erwachsenenalter nicht fest. Eine Psychotherapie kann dich unterstützen, wenn du das möchtest.
- Ist ein sicherer Bindungsstil dasselbe wie eine gesunde Beziehung?
- Nein. Er beschreibt, wie ein Mensch in engen Beziehungen meist fühlt und handelt, und nicht, ob eine bestimmte Beziehung ihm guttut.
- Kann sich ein sicherer Mensch in einer Beziehung ängstlich fühlen?
- Ja. Studien zeigen, dass die Sicherheit innerhalb einer Person im Lauf der Zeit schwankt, deshalb kann sich jeder Mensch in einem schwierigen Moment unsicherer fühlen.
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